Archiv für den Monat: Dezember 2014

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 2.12.14

„Mieter wollen historischen Backsteinbau in Hamm retten“

Aus Kreisen der letzten Mieter und deren Unterstützer bildete sich eine Genossenschaft, die der vhw nun ein Kaufangebot für Elisa gemacht hat und das Haus erhalten und sanieren will. Das Denkmalschutzamt spricht selbst von einem Grenzfall, die Fritz-Schumacher-Gesellschaft findet deutlichere Worte:

„Denkmalschutz müsse es alleine deshalb schon geben, weil das Haus, das als eines der schönsten Hamburger Backsteinensembles seiner Zeit gilt, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vom selben Architekten wieder originalgetreu aufgebaut worden sei, der es entworfen hatte.“

Link zum Artikel

Blamage für den Denkmalschutzamtsleiter Andreas Kellner

Artikel im Abendblatt vom 1.12.14, „Wir schützen die richtigen Gebäude“

Amtsleiter Kellner meint gegenüber dem Hamburger Abendblatt zu Elisa:

„Das Elisabethgehölz gehört zu den Grenzfällen, die es immer geben wird.…wir müssen streng abwägen, um vor Gerichten zu bestehen. Im Fall des Elisabethgehölzes kommt dazu, dass inzwischen so viele wirtschaftliche Entscheidungen gefallen, Genehmigungen erteilt worden sind – da würde auch eine andere Einschätzung nicht  mehr helfen.“

Wie kann man von einem Grenzfall sprechen, wenn übereinstimmend der Denkmalrat, also der unabhängige Expertenbeirat der Kulturbehörde, die Fritz-Schumacher-Gesellschaft, die Architektenkammer, die Gustav-Oelsner-Gesellschaft und der Denkmalverein sich für die Unterschutzstellung des Gebäudes aussprechen? Die Forderung nach Erhalt des Genossenschafts-gebäudes aus der Schumacherzeit, welches ein Stück Gewerkschaftskultur repräsentiert, wird teilweise schon seit 2011 erhoben. Wie konnten vor diesem Hintergrund alle erdenklichen Verwaltungs- und Wirtschafts-maßnahmen getroffen werden, die auf einen Abriss hinauslaufen? Und das ausgerechnet unter einer SPD-Regierung, die sich in der Bürgerschaft auf eine absolute Mehrheit stützen kann?

link zum Artikel im Abendblatt vom 1.12.14 (neuer online-Titel jetzt: „Das letzte Wort bei den City-Hochhäusern  hat der Senat“)

Fakten schaffen um jeden Preis?

Kaufangebot für Elisa liegt vor – Die vhw treibt den Rückbau dennoch massiv voran

Letzte Woche Freitag hatte die vhw uns Elisa-Bewohnern angekündigt, die hofseitigen Balkone würden diese Woche gesperrt werden.
Heute erfolgte allerdings eine komplett andere Maßnahme: Mit einem Bagger wurden Bäume vor der Hausfassade im Curtiusweg umgebrochen, die bislang von der Fernwärmerohrverlegung durch Vattenfall verschont geblieben waren. Es sollten Büsche vor den Eingängen der bewohnten Häuser weggebaggert werden, was wir jedoch verhindern konnten – zumal sich die Notwendigkeit offensichtlich nicht erschließen ließ. Im Hinterhof wurden 7 von 9 Bäumen von dem Bagger umgeschoben, nicht gerade fachmännisch, wie die Berufsgenossenschaft später feststellte. Befremdlich für alle Anwohner: Eine grüne Kleinoase weniger in unserem Stadtteil.

Wir hatten die vhw eindringlich gebeten, uns derartige Maßnahmen anzukündigen – nicht zuletzt mit Rücksicht auf unsere schwerbehinderte, herzkranke Nachbarin, der die Innengrünfläche seit 40 Jahren ans Herz gewachsen ist. Es gab jedoch keine Nachricht –  soviel zum genossenschaftlichen Umgang mit uns und unserer ältesten Mitbewohnerin.

Zur Erinnerung: Vhw-Anwalt Jörg Hamann hatte uns genossenschaftswidriges Verhalten vorgeworfen und sogar den Ausschluss aus der Genossenschaft angekündigt, weil wir wahrheitswidrig behauptet hätten, die vhw beginne schon jetzt mit dem Rückbau. Insoweit können wir nur die Öffentlichkeit auffordern, sich selbst ein Bild von den z. Zt. stattfindenden „Bauarbeiten“ zu machen: Die Ziermauern mit dem schmiedeeisernen Gestänge werden fortgesetzt beseitigt und Bäume im Innenhof gerodet.  Wohnungstüren, Dielen u. dgl. sind sogar aus den Fenstern mehrerer Stockwerke herausgeworfen worden – gegen die Vorschrift, wie Baustelleninspektor Hartkopf von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt befunden hat.

Diese robuste Vorgehensweise befremdet besonders, weil die vhw gerade von der Elisa e.G. ein Kaufangebot erhalten hat. Es entsteht der Eindruck eines puren Zerstörungswerks – eines Faktenschaffens, um eine konstruktive Lösung zu vereiteln.

Fotodoku: Baumfällmaßnahmen, Hinterhofverwüstung und Mauerabriss am 1.12.14

Foto Doku Baggerbäumemauern 1.12.14 kl