Mäzen gefunden – trotzdem Abrissbeginn heute morgen gegen 8 Uhr

Dokumentation und Kommentar

Die Auskunft von gestern schien – wie oft erlebt in den letzten 3,5 Jahren – nicht zu stimmen, denn heute morgen begann der Abrissbagger im Hinterhof das Haus Chapeaurougeweg 16 einzureißen.

bagger hat begonnen haus chap 16

Abrissbeginn Chapeaurougeweg 16 Hofseite – warum nicht Abriss des architektonisch weniger wertvollen Wiederaufbauteils rechts daneben?

Die Gebäudehälften waren zu dem Zeitpunkt nicht weiter getrennt worden, dies geschah ca. 2 Stunden später.

 

 

obwohl hauskomplex nicht weiter durchtrennt kl

Gebäude am Elisabethgehölz derweil nicht getrennt, oben war nur 1 m am Vortag gesägt worden

 

haus 16 während straßenseite ungesichert ist kl

 

 

 

 

 

 

Ebenso war der Gehweg im Chapeaurougeweg nicht abgesperrt, obwohl der Bagger im Innenhof bereits mehrere Etagen Außenwand weggerissen und auch am Dach gezupt hatte.

zeitgleich zu abbruch wenns hält ist gut kl

Chapeaurougeweg wenige Minuten später als das obige Foto. Keine Absperrung nötig?

 

 

Die Fragen, die sich aufdrängen:

Warum wird ausgerechnet mit dem Abriss des Hauses 16 (Straßenfassade Söllerbalkone aus den 30er J.) begonnen? Zudem heute nachmittag der Abriss fortgesetzt mit der Hinterhof des Hauses Elisabethgehölz 3 ?

Obwohl ein Mäzen genau wegen dieser Bausubstanz sein Angebot machte, die Hamburger Denkmalinstiutionen gegen den Abriss protestierten, weil diese die Wertvolle ist?

auch haus eli 3 rechts wiederaufbauteil

jetzt auch Haus Elisabethgehölz 3, rechts die wiederaufgebaute Teil des Gebäudes

Angeblich wurden Ende der 90er Jahre die neuen Sprossenfenster an den Straßenseiten und die hofseitigen aufgrund des Sprossenfenster-Förderprogrammes erneuert. Dies Programm bedachte architektonisch besondere Wohngebäude. Wenn dem so war, bekommt der Staat nun anteilig seine Fördergelder zurück?

 

 

Wir finden es als Genossen sehr bedauerlich, dass unserer Vorstand Herr Quasnitza und Herr Thoss nicht bereit waren, sich in einem persönlichen Gespräch mit dem Hamburger Mäzen über eine Zukunft Elisas zu unterhalten. Wir meinen, ein Aufschub des Abrisses um wenige Tage, wäre angesichts der langen Auseinandersetzung um Elisa nicht ins Gewicht gefallen.

Wir als auch unsere Unterstützer aus den Denkmal- wie Architektenkreisen halten Elisas stadtbildprägenden Bedeutung nach wie vor für so hoch, dass auch lediglich ein Erhalt der Fassaden der bereits demolierten Häuser ein Gewinn für Hamburg wäre, gegenüber dem kompletten Abriss.

Wir halten es für unwürdig und unakzeptabel, dass die Pressesprecherin der vhw, Frau Patzelt, in der Presse die verbliebenen Bewohner Elisas permanent als „Blockierer (die Geld kosten)“ bezeichnet, da die Situation der mangelhaften Projektplanung, der verschiedenen Kündigungzeitpunkte, als auch der Verweigerungshaltung des Vorstandes gegenüber einer Zwischenvermietung seit 2011 geschuldet ist.

Desweiteren erinnern wir, in Deutschland ist die Inanspruchnahme des Rechtsweges inkl. aller Instanzen ein Bürgerrecht, das vorab in der Projektplanung hätte von der vhw berücksichtigt werden müssen und nicht dem Bürger angelastet werden darf – sofern man ein demokratisches Rechtsverständnis zugrunde legt.