Offener Appell an den Vorstand der vhw

Sehr geehrter Herr Quasnitza,
sehr geehrter Herr Thoss,
die Dringlichkeit der Lage zwingt uns, diese Mitteilung als offenen Brief zu verfassen. Leider müssen wir feststellen, dass die vhw offensichtlich bemüht ist, den Teilabriss noch zügiger einzuleiten, als ursprünglich angekündigt. Statt Vorbereitungen zu beenden wie mitgeteilt (die Haushälften müssten erst fertig getrennt werden), hat der Abriss im Hof bereits begonnen.
Wie auch Ihnen bekannt ist, hat vergangene Woche eine prominente Hamburger Persönlichkeit Kaufinteresse am von Ihnen zum sofortigen Abriss bestimmten Gebäude „Am Elisabethgehölz“ bekundet, der Reeder möchte das Haus erhalten.
Eine breite Zustimmung der Öffentlichkeit zum Gebäudeerhalt, ergänzend dazu ein jahrelanger Kampf seiner Einwohner und Nachbarn dafür, unterstützend Befürwortung durch angesehene Denkmalsinstitutionen, alles das konnte Sie nicht von Ihrer Position abbringen, dass ein Neubau unumgänglich sei. Nun besteht die Möglichkeit, einer betriebswirtschaftlich verträglichen und vor allem gesellschaftlich sinnvollen Lösung. Wir können keinen Grund erkennen, der es Ihnen verbieten sollte, in Verhandlungen mit dem Kaufinteressenten zu treten.
Wir halten es verpflichtend für den Vorstand einer Wohnungsbaugenossenschaft, insbesondere im Falle Elisas als Zeitzeugin der genossenschaftlichen Baugeschichte der 20er/30er Jahre, den Fokus auf eine sozial verträgliche, von gesellschaftlicher Zustimmung getragene Einigung zu setzen. Bitte führen Sie ein ausführliches persönliches Gespräch mit dem Mäzen und erwägen sie ernsthaft das Angebot für den Erhalt des Gebäudes!
An alle Empfänger aus der Politik: Bitte bieten Sie der VHW Ihre Unterstützung bei der Möglichkeit eines Gebäudeerhalts an. Einige von Ihnen engagieren sich dafür bereits intensiv, dafür bedanken wir uns herzlich.
Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft forderte letztes Jahr bereits eine politische Sonderlösung für den Erhalt Elisas als wichtigen Teil Hamburger Backstein-Erbes. Gestern appellierte sie ebenfalls den Abbruch aufzuschieben und Verhandlungen mit dem Mäzen zu beginnen, s. Anhang.
Die Sicherung der Hamburger Backsteinkultur ist in der Hamburger Bevölkerung gewünscht, wie sich aus zahlreichen Voten ablesen lässt, ebenso bedeutend ist die Vermeidung vonüberflüssiger  Belastungen für Umwelt, öffentliche Kassen und Genossenschaftsmitglieder.
Deshalb appellieren wir: Keine Fortsetzung des Abriss in ungeklärter Situation!
Die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“
i.A.
Simon Raabe
Corinna Gülzow
Hamburg, 10.3.15