Kategorie-Archiv: Kommentar

vhw wird fortgesetzt in der Presse kritisiert

Siehe Hamburger Abendblatt, Mopo

Täuscht die vhw die Öffentlichkeit?
Obwohl die vhw gegenüber dem Abendblatt vom 2.12.14 durch Fr. Annika Patzelt verlauten ließ, bis zu einer Klärung des Rechtsstreits werde es keinen Abriss geben, ließ die vhw das Eingangsportal des Hauses Chapeaurougeweg 16 abreißen, mitsamt aller 6 Stufen und der Geländeraufmauerung.
Ebenso wurden die restlichen Einfriedungsmauern im Chapeaurougeweg entfernt: Hier hatte die vhw Anfang der Woche offensichtlich spontan – da ohne Baustelleneinrichtung – diese abbrechen lassen, s. unseren Bericht dazu.

Im September hat die vhw der Öffentlichkeit glauben machen wollen, die zum Haus gehörenden Vorgartenmäuerchen müssten aufgrund der Umlegung von Fernwärmerohren abgerissen werden. Allerdings geschah dies auch dort, wo kein Fernwärmerohr umgelegt werden musste. Zudem zeigen die Hamburger Backsteinquartiere, dass Vattenfall in der Lage ist, die Maßnahmen so durchzuführen, dass die Vorgarteneinfriedungen erhalten bleiben.

Im Oktober informierte die vhw die Öffentlichkeit, sie werde in den leeren Häusern Schadstoffe (z.B. Asbest) entfernen lassen. Jedoch bereits vor dem angekündigten Termin wurde begonnen, Rohre und Elektroanlagen auszubauen. Inzwischen wurden auch Häuser entkernt, d.h. es wurden sämtliche Wohnungs-, Zimmer- und Speisekammertüren, Fußleisten und Türrahmen ausgebaut.
Damit ist das Maß einer Schadstoffbeseitigung ersichtlich überstiegen. Rückbau und Entkernung werden also seit Wochen ausgeführt. Die vhw allerdings droht aktuell zwei Bewohnern den Ausschluss aus der Genossenschaft an, weil sie diese Maßnahmen bei ihrem Namen nannten!

Es ist unsäglich, auf welche Weise die vhw Fakten schafft. Von sieben in Elisa lebenden Mietparteien hat eine Bewohnerin sogar noch einen gültigen Mietvertrag. Auch wurde in den Prozessen deutlich, dass mindestens ein Bewohner in die zweite Instanz gehen werde, da aus unserer Sicht eine Überprüfung der von der vhw behaupteten Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung wünschenswert ist. Dass die vhw eine solche Überprüfung ablehnt, verwundert, weil nach Aussage der vhw die Zahlen angeblich so eindeutig für einen Neubau sprächen.

In der Tat sehen dies nicht nur die Bewohner anders, sondern auch die gesamte Denkmalfachprominenz Hamburgs, insbesondere die renommierten Institutionen des Denkmalrats, der Fritz-Schumacher-Gesellschaft, der Gustav-Oelsner-Gesellschaft, des Denkmalvereins Hamburg sowie der Hamburgischen Architektenkammer. Ein Erhalt ist wirtschaftlich und aus Gründen des Denkmalschutzes sogar dringlich geboten (s. die Stellungnahmen auf dieser Webseite sowie den Artikel im Abendblatt vom 2.12.14).

Aus genossenschaftlichen Gründen wie auch zur Bewahrung des baukulturellen Erbe Hamburgs ist das Handeln der vhw u.E. unakzeptabel.

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 2.12.14

„Mieter wollen historischen Backsteinbau in Hamm retten“

Aus Kreisen der letzten Mieter und deren Unterstützer bildete sich eine Genossenschaft, die der vhw nun ein Kaufangebot für Elisa gemacht hat und das Haus erhalten und sanieren will. Das Denkmalschutzamt spricht selbst von einem Grenzfall, die Fritz-Schumacher-Gesellschaft findet deutlichere Worte:

„Denkmalschutz müsse es alleine deshalb schon geben, weil das Haus, das als eines der schönsten Hamburger Backsteinensembles seiner Zeit gilt, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vom selben Architekten wieder originalgetreu aufgebaut worden sei, der es entworfen hatte.“

Link zum Artikel

Blamage für den Denkmalschutzamtsleiter Andreas Kellner

Artikel im Abendblatt vom 1.12.14, „Wir schützen die richtigen Gebäude“

Amtsleiter Kellner meint gegenüber dem Hamburger Abendblatt zu Elisa:

„Das Elisabethgehölz gehört zu den Grenzfällen, die es immer geben wird.…wir müssen streng abwägen, um vor Gerichten zu bestehen. Im Fall des Elisabethgehölzes kommt dazu, dass inzwischen so viele wirtschaftliche Entscheidungen gefallen, Genehmigungen erteilt worden sind – da würde auch eine andere Einschätzung nicht  mehr helfen.“

Wie kann man von einem Grenzfall sprechen, wenn übereinstimmend der Denkmalrat, also der unabhängige Expertenbeirat der Kulturbehörde, die Fritz-Schumacher-Gesellschaft, die Architektenkammer, die Gustav-Oelsner-Gesellschaft und der Denkmalverein sich für die Unterschutzstellung des Gebäudes aussprechen? Die Forderung nach Erhalt des Genossenschafts-gebäudes aus der Schumacherzeit, welches ein Stück Gewerkschaftskultur repräsentiert, wird teilweise schon seit 2011 erhoben. Wie konnten vor diesem Hintergrund alle erdenklichen Verwaltungs- und Wirtschafts-maßnahmen getroffen werden, die auf einen Abriss hinauslaufen? Und das ausgerechnet unter einer SPD-Regierung, die sich in der Bürgerschaft auf eine absolute Mehrheit stützen kann?

link zum Artikel im Abendblatt vom 1.12.14 (neuer online-Titel jetzt: „Das letzte Wort bei den City-Hochhäusern  hat der Senat“)

Fakten schaffen um jeden Preis?

Kaufangebot für Elisa liegt vor – Die vhw treibt den Rückbau dennoch massiv voran

Letzte Woche Freitag hatte die vhw uns Elisa-Bewohnern angekündigt, die hofseitigen Balkone würden diese Woche gesperrt werden.
Heute erfolgte allerdings eine komplett andere Maßnahme: Mit einem Bagger wurden Bäume vor der Hausfassade im Curtiusweg umgebrochen, die bislang von der Fernwärmerohrverlegung durch Vattenfall verschont geblieben waren. Es sollten Büsche vor den Eingängen der bewohnten Häuser weggebaggert werden, was wir jedoch verhindern konnten – zumal sich die Notwendigkeit offensichtlich nicht erschließen ließ. Im Hinterhof wurden 7 von 9 Bäumen von dem Bagger umgeschoben, nicht gerade fachmännisch, wie die Berufsgenossenschaft später feststellte. Befremdlich für alle Anwohner: Eine grüne Kleinoase weniger in unserem Stadtteil.

Wir hatten die vhw eindringlich gebeten, uns derartige Maßnahmen anzukündigen – nicht zuletzt mit Rücksicht auf unsere schwerbehinderte, herzkranke Nachbarin, der die Innengrünfläche seit 40 Jahren ans Herz gewachsen ist. Es gab jedoch keine Nachricht –  soviel zum genossenschaftlichen Umgang mit uns und unserer ältesten Mitbewohnerin.

Zur Erinnerung: Vhw-Anwalt Jörg Hamann hatte uns genossenschaftswidriges Verhalten vorgeworfen und sogar den Ausschluss aus der Genossenschaft angekündigt, weil wir wahrheitswidrig behauptet hätten, die vhw beginne schon jetzt mit dem Rückbau. Insoweit können wir nur die Öffentlichkeit auffordern, sich selbst ein Bild von den z. Zt. stattfindenden „Bauarbeiten“ zu machen: Die Ziermauern mit dem schmiedeeisernen Gestänge werden fortgesetzt beseitigt und Bäume im Innenhof gerodet.  Wohnungstüren, Dielen u. dgl. sind sogar aus den Fenstern mehrerer Stockwerke herausgeworfen worden – gegen die Vorschrift, wie Baustelleninspektor Hartkopf von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt befunden hat.

Diese robuste Vorgehensweise befremdet besonders, weil die vhw gerade von der Elisa e.G. ein Kaufangebot erhalten hat. Es entsteht der Eindruck eines puren Zerstörungswerks – eines Faktenschaffens, um eine konstruktive Lösung zu vereiteln.

Fotodoku: Baumfällmaßnahmen, Hinterhofverwüstung und Mauerabriss am 1.12.14

Foto Doku Baggerbäumemauern 1.12.14 kl

Pressemitteilung Elisa e.G. vom 30.11.14

Pressemitteilung Elisa e.G. 30.11.14

Kaufangebot für Elisa! – Die Lösung des Konflikts ist möglich

Die eigens neu gegründete Genossenschaft Elisa e.G. hat der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw) ein Kaufangebot für das umkämpfte Backstein-Ensemble „Elisa“ unterbreitet.

„Wir wollen „Elisa“ sanieren“, sagt Margret Bonke, Vorständin der Elisa e.G. „Es wäre eine Schande, dieses Haus abzureißen, vor allem so unnötig. Man kann aus diesem Gebäude ein „Vorzeigeprojekt“ machen. Das wollen wir und das können wir!“

BewohnerInnen von Elisa und UnterstützerInnen haben eine Genossenschaft gegründet, um das Wohnhaus zu erhalten. Die Bausubstanz ist solide, die Wohnqualität in dem Altbau hoch. So bliebe dem Stadtteil Hamm ein stadtbildprägendes Gebäude aus der Schumacher-Zeit erhalten. „Es ist ärgerlich, dass das Denkmalschutzamt untätig bleibt, obwohl Hamburgs renommierte Fachinstitutionen den Erhalt und Denkmalschutz für Elisa fordern“, so Bonke weiter, „zudem ist es unverständlich, warum die Hamburger SPD sich trotz ihrer absoluten Mehrheit in der Hamburger Bürgerschaft nicht für Elisa einsetzt.“

In der Tat bezeichnete die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) als auch Frau Senatorin Blankau die Wohnungsbauten der 20er/30er Jahre als einzigartig . Seit Jahren bemühen sich Hamburger Denkmalschützer um den Erhalt des roten Hamburgs. Gemeinsam mit der Stadt sind Handlungsrichtlinien erstellt und der sog. „Backsteinberater“ eingesetzt worden. Elisa steht zudem in der Tradition des genossenschaftlichen Bauens der Weimarer Republik, an dem die SPD einen großen Anteil hatte. An ihrem Fall wird sich zeigen, ob der Wille der BSU und des Senats, das Backsteinerbe Hamburgs zu erhalten, auch in der Praxis eingelöst wird oder nur Theorie bleibt: Das Backsteinerbe ist eng verbunden mit der sozialdemokratischen Gewerkschaftskultur.

Trotz der politischen Diskussion um den Denkmalschutz sowie noch laufender Prozesse vor Gericht hat die Eigentümerin vhw derweil auf dem Grundstück und in den Häusern mit „Rückbauvorbereitungsmaßnahmen“ begonnen, die einer Entkernung  gleich kommen; auch an der Fassade wurden Balkone beschädigt .

Seit drei Jahren ist das Backstein-Wohnhaus „Elisa“, gelegen in Hamburg-Hamm, Am Elisabethgehölz, umkämpft. Die Eigentümerin, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft, will das Gebäude mit 122 Wohnungen abreißen und durch einen Ersatzneubau mit lediglich 101 Wohnungen ersetzen. Die BewohnerInnen leisteten Widerstand und gründeten die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“.
Die Elisa e.G. versteht sich allerdings nicht als Konkurrenzunternehmen. „Wir wollen der vhw einen konstruktiven Weg aus der Misere aufzeigen. Wenn aus ihrer Sicht die Bewirtschaftung des Gebäudes nicht vertretbar ist, muss es doch im Interesse der vhw liegen, es auf elegantem Wege in andere Hände zu übergeben“, so die Genossin Corinna Gülzow.

Margret Bonke, Vorständin und Corinna Gülzow, Gründungsmitglied

PM Kaufangebot für Elisa_30.11.14

 

Elisa: 5 vor 12! – Wer zerstört das Gebäude?

Das Rätsel der aufgestemmten Balkone

Am Mo. 24.11. und Di 25.11.14  wurden Balkone aufgestemmt, unangekündigt. Wir bekamen von der vhw keine Erklärung. Auch die Anfragen der Mitgliedervertreter blieben unbeantwortet.

fotokollage balkon eli3 kl

Großes Loch im Balkon Fassade Am Elisabethgehölz 3!

fotokollage chap 16 balkonelöcher kl

 

siehe mehr… Fotodoku Balkonlöcher Chap 16 und Eli 3

Unwürdiger Umgang mit dem Gebäude: Alles muss raus? – Nur Schadstoffentfernung oder mehr?

Haus Chap 20 EG links 2.gr. Zimmer_Angekündigt hatte die vhw eine Schadstoffentfernung in den leeren Häusern Elisas, u.a. Asbestbeseitigung. Laut dem Gutachten von Dittert und Reumschüssel (2012) liegen die Schadstoffe allerdings alle in gebundener Form vor, es ginge von ihnen keine Gefährdung der Bewohner aus. Werden nun zur Vorbereitung eines Abrisses Schadstoffe entfernt und eine Entkernung durchgeführt?

Bemerkenswert: Just als der Denkmalgutachter Dr. Geerd Dahms feststellte, Elisa ist ein Denkmal, und wir den Denkmalschutz beim Denkmalschutzamt beantragten (Fr. 17.10.14), kündigte die vhw den Ausbau von Schadstoffen an (Mo. 20.10.14) – und begann bereits Tage vor dem angekündigten Beginn der Maßnahme mit dem Ausbau von Sicherungskästen und Rohren in den Häusern. Inzwischen sind weitgehend Wohnungs- und Zimmertüren einschließlich Türrahmen, Fußleisten und weitere Holzteile ausgebaut worden.

Was hat das mit der Schadstoffsanierung zu tun?

siehe mehr… Fotodoku Haus Chap 20 Rückbauvorbereit.maßnahmen 17.11.14

siehe mehr… Fotogalerie Haus Chapeaurougeweg 16

siehe mehr… Fotogalerie Haus Elisabethgehölz 5

Artikel im BürgerInnenbrief Die Linke-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft 25.11.14

Elisa – Kampf um Hamburgs Backsteinerbe

Ein Artikel von uns im BürgerInnenbrief der Fraktion der Hamburger Bürgerschaft Die Linke, Heike Sudmann und Tim Golke, S. 3 und 4.

Wir danken für die Möglichkeit, unseren Fall Elisa umfassend und aktuell darzustellen!

Der BürgerInnenbrief zeigt,  dass Elisa ein Beispiel für den Kampf um Hamburgs Backsteinerbe ist, aber ebenso ein Fallbeispiel für die brisanten Wohnungs- und Mietpreis-Probleme in Hamburg, bezüglich deren Lösungen die Parteien im Wahlkampf gemessen werden.

BuergerInnenbrief_Sudmann_Golke_2014_10

Pressemitteilung: VHW erhöht Druck. – Wird der Denkmalschutz vereitelt?

Die vhw hat zwei Mietparteien des Gebäudes Elisa ein Ausschlussverfahren aus der Genossenschaft ohne vorherige Abmahnung ankündigen lassen:

Laut VHW-Rechtsanwalt und CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Jörg Hamann hätten die Betroffenen vor Gericht wahrheitswidrig behauptet, die vhw habe bereits im Außenbereich mit Rückbauarbeiten begonnen. Dies erstaunt, denn die Einfriedungs-mauern mit dem schmiedeeisernen Gestänge und der Müllplatz sind weitgehend beseitigt worden.

Hintergrund des Ausschlussversuchs ist offenbar, dass die beiden Mietparteien vor Gericht nicht aufgeben, d.h. nicht freiwillig ausziehen.

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass z. Zt. die Forderung nach Denkmalschutz für ELISA so intensiv wie noch nie von Experten erhoben wird –u. a. durch den Oberbaudirektor Jörn Walter, den Denkmalrat der Kulturhörde, die Hamburgische Architektenkammer, die Fritz-Schumacher-Gesellschaft, die Gustav-Oelsner-Gesellschaft und dem Denkmalverein Hamburg.

Diese Bemühungen werden massiv vereitelt, wenn, wie es scheint, das Gebäude nunmehr fortwährend entkernt wird[1].

Hier versagt das Denkmalschutzamt, denn es könnte in Zusammenarbeit mit der Baubehörde einen Stopp verfügen! 

 Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Cirsovius, Corinna Gülzow:

Was wollen wir schützen?

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 15.11.2014 – Welche Gebäude wollen wir zum Denkmal ernennen?

Die Entscheidung des Denkmalschutzamtes, Elisa zum Abriss freizugeben, stößt nicht nur bei Fachleuten, sondern auch bei immer mehr Hamburger BürgerInnen auf Unverständnis. Trotz zahlreicher Stellungnahmen der Hamburger Fachgremien für einen Erhalt erweist sich das Amt weiterhin als beratungsresistent.

Zitat aus dem Artikel:

„Der Streit um die Backsteinbauten in Hamm ist damit vor allem ein Streit um den Denkmalschutz. Die Fassade des Gebäudes gilt allgemein als schön und auch schön alt, doch ein Denkmal ist sie aus Sicht der zuständigen Behörde eben nicht. Und das versteht in Hamburg selbst der Oberbaudirektor nicht. Man müsse einmal über den Denkmalschutz im Generellen nachdenken, forderte Jörn Walter gegenüber dem Abendblatt.“

Link zum Beitrag im Abendblatt (online)

wieder abgedruckt in: Die Welt 15.11.2014