Kategorie-Archiv: Kommentar

Artikel in hh-mittendrin 11.3.15

Trauer in backsteinrot

Bericht über den begonnenen Abriss und zu unserem Trauermarsch um Elisa am 10.3.15

Wir danken an dieser Stelle den vielen Paten und Mitgliedern der Hamburger Initiativen, Nachbarn aus der Umgebung, Unterstützern aus Politik und Denkmalschutzinstitutionen und Journalisten für euer Kommen und Anteilnahme!

link zum Artikel

und siehe auch Podcast vom 11.3.15

Mäzen für Elisa gefunden! – Beginnt der Abriss trotzdem?

Pressemitteilung der Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ vom 8.3.15:

Mäzen gefunden – beginnt der Abriss von Elisa trotzdem?

Rettung in letzter Sekunde? Hamburger Unternehmerpersönlichkeit bekundet Kaufinteresse, um das Backstein-Ensemble zu erhalten. Die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ fordert Aufschub des Teilabriss-Beginns und appelliert an die vhw, Verhandlungen zu führen.

Laut vhw wird der „Rückbau“ der unbewohnten Hälfte des Backstein-Ensembles Elisa (Chapeaurougeweg 16-20, Elisabethgehölz 3 und 5) bereits diese Woche Dienstag beginnen.
Der Anwalt Dr. Broszehl (Kanzlei Unverzagt von Have) äußerte Kaufinteresse an dem Gebäude im Namen seines prominenten Mandanten.
Wir fordern den Vorstand der vhw auf, den Abrissbeginn aufzuschieben, und diese Möglichkeit für eine konstruktive Lösung des Konfliktes um Elisa zu prüfen, bevor diese Woche durch den Abriss Fakten geschaffen würden.

Seit Herbst 2014 sprachen sich nahezu alle renommierten Hamburger Denkmalinstitionen für den Erhalt des Ensembles aus und argumentierten fachkundlich begründet für den sofortigen Denkmalschutz. Der angekündigte Teilabriss würde auch den architektonisch und historisch bedeutsamen Gebäudebereich (Chapeaurougeweg 16, Elisabethgehölz 3-7, Curtiusweg 1) aus den 1920er/30er Jahren betreffen, für dessen Erhalt sich auch der Oberbaudirektor Jörn Walter öffentlich aussprach.

  • Die Vorteile eines Gebäudeerhalts sind zahlreich, so z.B.
    der Erhalt eines stadtbildprägenden architektonischen Zeitzeugen und damit wichtigen Teils des Hamburger Backstein-Erbes,
  • 122 bereits in diesem Jahr zur Verfügung stehende, dringend benötigte Wohnungen,
  • keine Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung durch Abriss und Neubau,
  • keine Belastung der öffentlichen Hand in zweistelliger Millionenhöhe durch die Neubauförderung.

rettet elisa pm 8.3.15

 

Fragwürdige Geschehnisse in Elisa

Vorfälle und Fragen:

Januar 2015plakate anundab um elisa

Aufgrund von Sturmwarnungen wurden die Neubauwerbeplakate an dem Bauzaun rund um Elisa abgenommen, nach dem Sturm wieder angehängt. Letztes Jahr war nämlich der Bauzaun aufgrund des Windfangs am Chapeaurougeweg umgestürzt, u.a. auf den Fußweg.
Dafür, dass lediglich ca. 50 Neubauwohnungen neuen Mietern – also nicht den Rückkehrern – zur Verfügung stehen, sicherlich ausreichend Genossen aus unserer Genossenschaft Interesse an einer Wohnung hätten, fragen wir nach dem Sinn dieser großflächigen Neubauwerbung angesichts der Kosten? Haben Nicht-Genossen eine reelle Chance auf eine Wohnung im Neubau?

mehr sehen…Fotodoku Zaunwerbeplakatierung

Februar 2015

Ein Handwerker von Hamburg Wasser stellte letzte Woche die Wasserversorgung für das komplette Gebäude ab, also auch für die bewohnten Häuser!
Die Bewohner Elisas bemerkten dies sofort und sprachen den Mann an. Sein Schließ-Auftrag galt tatsächlich für das gesamte Gebäude, obwohl zu dem Zeitpunkt noch 4 Häuser bewohnt waren. Er wusste nicht von den Bewohnern und stellte dann in den bewohnten Häusern das Wasser wieder an. Erst später kamen Hausmeister der vhw dazu. Von der vhw hieß es, Hamburg Wasser hätte einen Fehler gemacht. Mitarbeiter von Hamburg Wasser sagten uns, solche Aufträge würden sehr sorgfältig geprüft.
Nur zwei Tage später, nachdem Elektriker in unseren Kellern waren, ging in einem bewohnten Haus die Klingel nicht mehr und das Licht im Treppenhaus sprang abends plötzlich auf Dauerlicht. In Folge konnte durch Elektriker derselben Firma die Klingelanlage nicht repariert werden.
Wie kann es sein, dass bei vielen Maßnahmen* an und in Elisa die ausführenden Betriebe teilweise massive „Fehler“ begingen bzw. die Betriebe die Aufträge derartig „missverstanden“ haben?

(*z.B. ausbleibende Reparatur von Regenrinnen, obwohl Handwerker deswegen mehrmals da waren; wiederholtes tagelanges Offenstehenlassen von Erdgeschoss-Haustüren/-Balkontüren durch Handwerker bei den Entkernungsarbeiten; mehrfaches Abstellen der Hausnummer- und Treppenhausbeleutungen (Strom) auch in bewohnten Häusern u.s.w. – I.d.R. bemerkten wir die Vorfälle und mussten Behebung anfordern… )

Entkern Chap 18 wohl intakte EinbaukücheAus dem Haus Chapeaurougeweg 18 wurden Holz, Möbel usw entfernt.Entkern Chap 18
2014 hatte in unserem Beisein der Passantenschutz der durchführenden Firma mitgeteilt, es dürften die Dinge nicht aus dem Fenster geworfen werden…
Zurückgelassenes Mobilar bzw. intakte Einbauküchen wurden dabei vernichtet, während einzelne Elisabewohner zuerst noch nicht einmal Herd+Spüle in der Umsetzwohnung bekommen sollten?

mehr sehen… Fotodoku Entkernung Haus 18

Birkeumschubsen im HofIm Innenhof wurden die verbliebenen Birken umgeworfen, morgens um vor 7 Uhr, mit Flutlicht direkt vor dem Fenster einer Bewohnerin. 2014 war die Rodung unterblieben, nachdem die ausführende Firma mit einem Bagger im Hof die Bäume umwarf, nicht fachmännisch fällte und im Chapeaurougeweg ohne Baustellensicherung die restliche kleine Einfriedungsmauer entfernte. Wir hatten aufgrund dessen bei der Bauaufsicht und Passantenschutz nachgefragt. Letzterer ordnete bei Ortsbesichtigung an, die Bäume im Hof müssten fachmännisch gefällt werden, da diese zu dicht an der Hauswand stünden und das Mauerwerk beschädigen könnten.
Das gilt 2015 nicht mehr?

mehr sehen… Fotosdoku Birken umwerfen

Die Kiefer im Chapeaurougeweg wurde gefällt, mit Hilfe eines Hubsteigers, jedoch wurde dabei offensichtlich das Mauerwerk eines Loggiabalkones beschädigt.
Geschah dies durch Fachleute?Fotodoku Kiefer kl

 

Um Elisa herum wurden die restlichen verbliebenen Büsche und direkt an der Hauswand wachsende Rosen abgeschnitten. Auch an den bewohnten Häusern Elisabethgehölz 7, Curtiusweg 1 und 5.
Das war jetzt notwendig und teure Pflanzen wie Buchsbäume oder große Hortensien hätten nicht andere Hausvorgärten zieren können?

mehr sehen…Fotodoku Pflanzenschnitt

Es ist festzustellen, dass das Mauerwerk Elisas im Chapeaurougeweg offensichtlich flächig durchnässt wird:söller wasserlauf
Im Dezember lief Wasser durch das Mauerwerk der – den Krieg heil überstandenen – Söller des Haus Nr. 16. und gefror zu Eiszapfen. Im Februar weist das Mauerwerk auch der Häuser 18 und 20 erstmals auffällige Flecke durch Auswaschungen / Ausfällungen auf.
Wie kommt es dazu, wo Strom, Wasser, Gas in den leeren Häusern angeblich schon länger komplett abgestellt sein sollen?

mehr sehen… Fotodoku Durchfeuchtungen Mauerwerk

 

Einer Mieterin Elisas teilte Kabel Deutschland Mitte Februar mit, die vermietende Genossenschaft hätte den Vertrag mit Kabel Deutschland zum 31.3.15 gekündigt. Damit wäre neben dem Fernsehen ebenfalls Telefon+Internet beendet gewesen. Die vhw hatte die Mieterin darüber nicht informiert.
Aktualisiert März 2015 : Bis zum 10.03.15 hinterließ Kabel Deutschland auch sonst den Eindruck, die Vermieterin hätte den gesamten Gebäudevertrag gekündigt. Konsequenz wäre gewesen, dass sogar die Grundversorgung mit TV für die verbliebenen ELISA-Bewohner beendet gewesen wäre, obwohl diese noch nicht in Ersatzwohnungen untergebracht sind. Nach einigen Interventionen schrieb Kabel Deutschland dann Mitte März: „Leider ist es bezügl. Ihres Kabel-, Telefon- und Internetanschluss zu einigen Mißverständnissen gekommen. Leider ist uns ein Fehler unterlaufen.“ Die Ursache dieses Fehlers bleibt für uns allerdings im Dunkeln…

Offener Brief an den Bürgermeister Olaf Scholz

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Scholz,

seit 2011 kämpfen wir, die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“, um den Erhalt des Backstein-Ensembles Elisa am Elisabethgehölz in Hamburg-Hamm.
Als engagierte Bürger dieser Stadt sehen wir uns nun gezwungen, den Weg eines offenen Briefes zu gehen. Grund dafür ist Ihre ablehnende Haltung bei persönlicher Ansprache auf Wahlveranstaltungen der letzten Wochen und die nicht angewendeten Denkmalkriterien durch das Denkmalschutzamt.

In Ihrem Wahlprogram steht: „Eine lebendige Bürgergesellschaft kann und soll staatliches Handeln kontrollieren, korrigieren, anspornen, entlasten und ergänzen“, sowie: „In der Bürgergesellschaft übernehmen Menschen aus eigenem Antrieb Verantwortung für andere, wirken im Sinne des Gemeinwohls.“

Wir, die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“, tun dies seit Jahren, aber die Hamburger SPD bzw. der Senat reagiert nicht. Weiterlesen

Dossier: Aktivitäten des Rechtsanwalts und CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Jörg Hamann im Zusammenhang mit dem Gebäude „Am Elisabethgehölz“

Mitgliedervertreter des Bezirks 5 der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft e.G., die sich für den Erhalt Elisa einsetzen, werden von dem vhw-Rechtsanwalt und Bürgerschaftsabgeordneten Herrn Jörg Hamann auf verschiedene Weise angegangen:

  • Im Januar 2013 hat Herr Hamann einem Mitgliedervertreter, der beamteter Hochschullehrer ist, gegenüber mehrfach indirekt den Verdacht geäußert, der Beamte könne von ihm persönlich zu begleichende Akteneinsichtsgebühren seinem Dienstherrn in Rechnung gestellt haben. Sollte der Beamte keine ausreichende Erklärung erbringen, werde er der vhw empfehlen, sich an die zuständige Wissenschaftsbehörde und weitere öffentliche Einrichtungen zu wenden… Der Hochschullehrer arbeitete damals an einem genossenschaftskritischen Aufsatz.
  • Als dieser Aufsatz veröffentlicht wurde, behauptete Herr Hamann in mehreren Gerichtsverfahren, dieser sei zuvor einem renommierteren Verlag angeboten worden, der die Veröffentlichung jedoch „dankend abgelehnt“ habe. Der betreffende Verlag hat dies dementiert.
  • Mehrere gewählte Mietervertreter, die sich gegen den Abriss des Gebäudes Am Elisabethgehölz ausgesprochen haben, hat Herr Hamann Anfang d. J. schriftlich unter der Überschrift ‚Ausschluss‘ aufgefordert, „Ihre bisherige Verweigerungshaltung aufzugeben und nicht länger gegen den Rück- und Neubau der Wohnanlage zu agieren ….“ Dies könne sonst „zu rechtlichen Konsequenzen bis hin zu einer Abmahnung und einem Ausschluss aus der Genossenschaft führen. Darauf sollten Sie es nicht ankommen lassen“, sondern innerhalb weniger Tage mitteilen, „dass Sie Ihre Haltung geändert haben.“
  • Eine das Gebäude bewohnende Mitgliedervertreterin, die angekündigt hat, gegen ein von Herrn Hamann erstrittenes Räumungsurteil Berufung einzulegen, wurde von ihm geradezu in Mikrozeitabschnitten immer wieder mit erneuten Kündigungen, dem Ausschluss aus der Genossenschaft und sofortigen Vollstreckungsmaßnahmen (Doku hier) bedroht. Gleichfalls setzte Herr Hamann der Mieterin in diesen Schreiben i. d. R. zermürbend kurze Fristen „zur Stellungnahme“. Der mittellosen Mieterin wird so keine Chance gelassen, hinreichenden anwaltlichen Rat einzuholen. Ihr droht inzwischen Obdachlosigkeit.
  • Am 8. Dezember vergangenen Jahres hat Herr Hamann gegen eine weitere Mieterin des Gebäudes, einer 100-gradig schwerbehinderten alleinstehenden Rentnerin, Räumungsklage eingereicht. Das Amtsgericht hat der Dame diese Klage einen Tag vor Heilig Abend zugestellt. Für einen erfahrenen Rechtsanwalt dürfte dieser Zeitablauf annähernd vorhersehbar gewesen sein. Zugleich dürfte Herr Hamann gewusst haben, dass die Dame große Schwierigkeiten haben würde, über die Feiertage hinreichenden anwaltlichen Rat einzuholen und die gerichtlich gesetzten Fristen einzuhalten. Es gab aus unserer Sicht überhaupt keine Gründe, mit der Erhebung der Klage bis zum Ablauf der Feiertage zu warten.

Dass der Vorstand der VHW diese anwaltliche Vorgehensweise gutheißt, besonders die letztgenannte, halten wir für zweifelhaft. Immerhin hatte ein Vorstandsmitglied vor kurzem bekundet, es tue ihm persönlich weh, überhaupt gegen die Mieter seiner Genossenschaft vorzugehen zu müssen.
Freilich wäre die gesamte Kontroverse a priori nicht entstanden, wenn die vhw das Gebäude kontinuierlich in Stand gehalten und sich gemeinsam mit uns für die Eintragung in die Denkmalliste einschließlich Bereitstellung umfassender Fördermittel engagiert hätte.

„Der wirkliche Eklat ist der Abriss von „ELISA“

Eine aufklärende Beschreibung des im Abendblatt vom 22.1.15 eher nur vage angerissenen „Eklat in der Bürgerschaft“ der Aktuellen Stunde „Wohnungsbau in Hamburg“ am 21.1.15 durch Olaf Duge (Grüne).

Zitat aus dem Bericht:

„Dabei ist noch nicht mal das Schlimmste, dass der Abriß bei den Wohnungsbauzahlen des SPD-Senates nicht gegengerechnet werden, …“ (…)
„Schlimmer ist wie nun Mieterinnen (…) mit allen Schikanen aus den Wohnungen herausgeekelt werden und wie hier mit einer Initiative umgegangen wird, die die Bausenatorin (…) im Rahmen der 2. Stadtwerkstatt „Hamburg: Deine Bauten – Was ist schön was ist schützenswert“ zu einer Podiumsdiskussion eingeladen hatte. Der Grund: Das Gebäube Am Elisabethgehölz hatte den ersten Platz in der Umfrage erhalten.“

Wir bedanken uns bei Olaf Duge für sein couragiertes Eintreten!

Link zum Artikel samt Mitschnitt der Bürgerschaftsrede sowie Dokumaterial

Link zum Artikel im Hamburger Abendblatt vom 22.o1.2015

und ähnlich: Link zum Artikel in der Welt vom 22.01.15

Wie hält es die Politik mit dem Denkmalschutz?

Denkmalverein_Politikerdiskussion 2015

Kulturpolitiker diskutieren über Denkmalschutz in Hamburg
Auf dem Podium:
Christa Goetsch (Bündnis 90/Die Grünen), Norbert Hackbusch (DIE LINKE), Jens Meyer (FDP), Isabella Vertes-Schütter (SPD), Andreas C. Wankum (CDU).

Moderation Helmut Barth – Verein Freunde der Denkmalpflege e.V.
Gerhard Hierschfeld – Arbeitskreis Denkmalschutz der Patriotischen Gesellschaft
Veranstalter: die Letztgenannten

Wir danken den Veranstaltern für die Einladung und zur Aufnahme Elisas als Diskussionspunkt. Der Abend fand regen Zuspruch und der große Saal der Patriotischen Gesellschaft war gefüllt. Bereits 2014 haben zahlreiche Abrissvorhaben in Hamburg eine grundlegende Diskussion um den Denkmalschutz entfacht. Wir waren sehr erfreut, dass Elisa neben weiteren Themen (City-Hochhäuser, verschiedene Bunker, die Gartensiedlung Berne) doch momentan derjenige ist, der das Publikum am meisten zu bewegen scheint!

Zu Beginn der Diskussion korrigierten wir die Vertreterin der SPD, Frau Vertes-Schütter, bei Elisa handele es sich nicht um einen strittigen Fall, wie sie vorher die Fallbeispiele bezeichnete. Denn die Hamburger Denkmalinstitutionen wie auch Architekten fordern ausführlich begründet den Erhalt unseres Wohnhauses, lediglich die Eigentümerin und das Denkmalschutzamt ignorieren die Denkmalkriterien und die Bedeutung Elisas als Teil des Backstein-Erbes Hamburgs.

Etwas überrascht waren wir ebenfalls, dass Frau Vertes-Schütter sich offensichtlich nicht thematisch auf diesen Abend vorbereitet hatte. Den Fall Elisa kannte sie kaum mehr als vom Hörensagen kannte. Und dies dazu noch falsch (Elisa ist gerade nicht im Krieg vollständig zerstört worden, ansonsten wäre Elisas erhaltene Fassade nicht so bedeutend!). Auch der Vertreter der CDU, Andreas Wankum schloss diesbezüglich dicht auf und gab Gutachtenergebnisse falsch wieder (Eine Sanierung ist eben nicht teurer als ein Neubau, sondern kostet höchsten halb so viel, ist möglich und wirtschaftlich).

Die Wortbeiträge aus dem Publikum waren fundiert wie fachkundig. Unserer besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Professor Dr. Michelis von der Gustav-Oelsner-Gesellschaft, der sich auf der Diskussionsveranstaltung mit seinem Wortbeitrag und vor allem auch über die letzten Jahre hinweg intensiv für uns eingesetzt hat und durch sein Engagement vielfach die Unterstützung unseres Anliegens in Gang gesetzt hat!
Mehrfach argumentierten Fachleute und Bürger aus dem Publikum für Elisa und widerlegten die von Podiumsteilnehmern vorgebrachten Falschaussagen. Hier auch unser Dank an Joachim Reinig, der dem Publikum kurz, aber umfassend die Problematik unseres Falles und unserer Eigentümerin darstellte, die Absurdität der aktuellen Situation erklärte und falsch genannte Fakten berichtigte.
Ebenfalls als sehr fachkompetent zeigte sich Christa Goetsch (Grüne), die uns unterstützte als auch zeigte, dass den Grünen die Thematik Denkmalschutz / Stadtbilderhalt von Bedeutung ist.
Der Schwerpunkt des Vertreters der FDP, Jens Meyer, lag bei der Thematik Bunker in Hamburg, er erklärte jedoch auch sein Interesse am Erhalt des Stadtbilds.
Norbert Hackbusch (Linke) brachte uns bezüglich abschließend das Gefühl vieler Bürger auf den Punkt, indem er sinngemäß fragte, warum im Fall Elisa, bei dem die Denkmalkriterien und der Sinn des Erhalts so deutlich sind, nichts passiere. Er forderte die Stadt auf schnell umzudenken und zu handeln.

Der Abend war eine interessante und anregende Veranstaltung. Gern unterstützen wir die Anregung von Herrn Meyer, die Folgeveranstaltung in 2 Jahren etwas länger und dafür mit einer Pause einzuplanen.
Wir hoffen, dass die Parteienvertreter den Denkmalschutzgedanken als wichtige Stadtentwicklungsmaxime in den Wahlkampf und die politische Arbeit tragen, so dass wir Bürger uns auch in den nächsen Jahrzehnten mit Hamburg und seiner charakteristischen Architektur identifizieren können.

Pressemitteilung vom 27.12.14: Elisa und die vhw – Raues Klima zu Weihnachten

Einen Tag vor Weihnachten: Eine schwerbehinderte Rentnerin erhält „passend zum Fest“ die Räumungsklage der vhw zugestellt. Eine weitere Elisabewohnerin wird erstinstanzlich zur Räumung verurteilt – mittelfristig droht Obdachlosigkeit.

Einen Tag vor Heilig Abend wurde einer krebskranken, gehbehinderten Rentnerin eine Räumungsklage der vhw zugestellt, obwohl ihr Mietvertrag erst am Ende des Jahres ausläuft.

Außerdem erstritt die vhw ein erstinstanzliches Räumungsurteil gegen eine weitere Mieterin des Gebäudes am Elisabethgehölz in Hamburg-Hamm („ELISA“).
Die Entscheidungsgründe liegen noch nicht vor. Es ist aber zu befürchten, dass durch dieses Urteil ein sozial gefährliches Präjudiz gesetzt wird: Es ermöglicht nämlich einem Vermieter, seine Immobilie zu vernachlässigen, der Mieterschaft sodann „aus Sachzwängen“ zu kündigen und mit massiven öffentlichen Fördermitteln als „Ersatz“ weniger Wohnungen als bisher zu errichten.

Die betreffende Mieterin will das Urteil nicht hinnehmen und Berufung einlegen. Mutmaßlich deshalb wird ihr von dem von der VHW beauftragten Rechtsanwalt und CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Jörg Hamann mit immer neuen hergesuchten Gründen der Ausschluss aus der Genossenschaft angekündigt – verbunden mit denkbar kurzfristigen Aufforderungen „zur Stellungnahme“. Der Mieterin droht hierdurch Obdachlosigkeit.

Überhaupt gehen Mieter der VHW, die Position gegen den geplanten „Ersatzneubau“ beziehen, ein hohes persönliches Risiko ein. Mehrere Mitgliedervertreter, also diejenigen, die die Mieter aus ihrer Mitte wählten, um dem Vorstand ihre Wünsche und Erwartungen mitzuteilen, sahen sich dem Druck von Gerichtsverfahren ausgesetzt. Die Mitgliedervertreterin, die bei den letzten Vertreterwahlen die meisten Stimmen ihres Wahlbezirks erhielt, wurde sogar mehrfach vor Gericht zitiert.

Thomas Cirsovius
Simon Raabe

PM_RettetElisa_RauesKlimaZuWeihnachten_27.12.14

Elisa zu Weihnachten ein raues Pflaster

Zaun Segel Elisa Sturmschäden 21.12.14

Zaun Segel Elisa Sturmschäden 21.12.14 – inzwischen behoben

Zaun Segel Elisa

Zaun Segel Elisa

Während draußen der Sturm tobt und der mit Neubau-Werbeplakaten zugepflasterte Bauzaun sich in den Böen auf den Fußweg schiebt, teils umkippt, müssen die Bewohner in Elisa ebenfalls rauen Umgangsformen trotzen.

Einige vor kurzem öffentlich geäußerten Behauptungen der vhw bedürfen der Berichtigung:

Der Erhalt dieses denkmalwürdigen Gebäudes wird nicht nur von „4 Bewohnern“ gefordert, sondern von einer Vielzahl Hamburger Bürger (Online-Abstimmung Stadtwerkstadt Hamburg: 6994; Unterschriftenliste für den Erhalt: >500) und bemerkenswerterweise von den renommierten Hamburger Denkmalinstitutionen (Denkmalrat Hamburg, Fritz-Schumacher-Gesellschaft, Gustav-Oelsner-Gesellschaft, Hamburgische Architektenkammer, Denkmalverein Hamburg sowie dem Denkmal-Gutachter Geerd Dahms).
Bei Elisa handelt es sich fachkundig unstrittig um einen unverzichtbaren Bestandteil des Hamburger Backstein-Erbes, also dem Gemeininteresse der Hamburger Bürger , um das sich übrigens auch ausgesprochener maßen die SPD sehr sorgt. Zu Recht, wie wir hier vor Ort feststellen.

Von Seiten des Denkmalschutzamtes hat es seit ca. 30 Jahren keine Neubewertung Elisas gegeben, obwohl die Öffentlichkeit und renommierte Hamburger Fachleute und -gremien dies forderten. Die aktuelle fachkundige Bewertungen Elisas sind nachzulesen auf unserer Seite nachzulesen (s. Monatsarchiv Oktober 2014: (Stellungnahme Denkmalrat_Elisabethgehoelz_21.5.2014; Stellungnahme Fritz_Schumacher_Gesellschaft_Elisabethgehoelz_1.10.2014; Stellungnahme Gustav-Oelsner-Gesellschaft_27.10.14; Stellungnahme _Elisabethge HHArchitektenkammer_24.9.2014; Stellungnahme Dr. Geerd Dahms Gutachten Elisa_10.10.2014).

Nicht richtig stellt die vhw in einige Texten das Ergebnis des Dittert-Gutachtens vom Runden Tisch aus dem Jahr 2012 dar. Eine Sanierung wäre „technisch äußerst kompliziert, kostenmäßig nicht darstellbar“. Der Neubau wurde damals mit ca. 20 Mio. € veranschlagt, eine umfangreiche All-Round-Sanierung mit ca. 10 Mio. €. Letztere hätten sich deutlich reduziert bei Herausrechnen des Instandhaltungsanteils sowie einer Reduzierung des Maßnahmeumfangs auf das erstmal Notwendigste. Eine Sanierung ist wirtschaftlich durchführbar, so war das Ergebnis des Gutachtens. Leider scheut die vhw jede unabhängige Überprüfung ihrer Unwirtschaftlichkeitsbehauptung.

Angesichts einer möglichen sofortigen Lösung des Konfliktes durch das Kaufangebot der eigens zum Erhalt Elisas gegründeten Elisa e.G., verwundert das massive Vorgehen des vhw-Vorstands gegen die Elisa e.G.. So die Vorwürfe, letztere wolle sich auf Kosten der vhw bereichern, weil das Kaufangebot angeblich unter Wert läge.  Den Beweis dafür bleibt die vhw allerdings schuldig. Wir erinnern uns: Die vhw hat jahrzehntelang das Haus nicht instandgehalten, so selbst die hohen Sanierungskosten verursacht. Im Schlöperstieg hat die vhw ein Haus auf ähnliche Weise abgerissen und verkauft. Die Elisa e.G. würde das übernehmen, was die vhw versäumt hat, das Haus instandhalten und sanieren. Die Altmieter könnten zurückkehren und für die Hamburger Bürger wäre ein Teil  ihres Backstein-Erbes erhalten.

Offener Brief der Mitgliedervertreter an den Vorstand der vhw

Offener Brief an den Vorstand der vhw                                                11.12.2014

Sehr geehrter Herr Quasnitza,
sehr geehrter Herr Thoß,

die VHW erhielt unlängst ein Kaufangebot der Elisa e.G. für das von Ihnen zum Abriss bestimmte Gebäude in Hamburg-Hamm (Am Elisabethgehölz). Die Überführung des Eigentums in eine Genossenschaft mit dem Ziel des Gebäudeerhalts, deren Eigentümer die Altbewohner wären, könnte den Konflikt, der sich nun schon über Jahre erstreckt und viel Kraft aller Beteiligten und Geld gekostet hat, mit einem Schlage zu aller Zufriedenheit lösen.

Das Gebäude bliebe erhalten und somit auch ein markanter baulicher Zeitzeuge aus Hamburgs Vergangenheit. Die ehemaligen Bewohner könnten das Gebäude sanieren, sie hatten die Sanierung mehrfach ausdrücklich gewünscht und dem Vorstand der VHW dies auch mitgeteilt. Die Sanierung des Hauses wäre eine schnelle Lösung. Eine Sanierung dauert einige Monate, das Gebäude könnte schon im Herbst 2015 von seinen Bewohnern bezogen werden. Im Falle eines Neubaus wäre ein Bezug vor 2016 nicht denkbar. Zudem ist der Baubeginn für einen Neubau ungewiss, weil mehrere verblieben Bewohner bereit sind, ihre Rechte gerichtlich voll auszuschöpfen. Einem sofortigen Sanierungsbeginn steht hingegen nichts im Wege.
Millionenbeträge aus öffentlicher Hand würden für einen Neubau aufgewendet. Dieser Umstand sollte Ihnen, da Ihnen als Vorstand einer genossenschaftlichen Vereinigung erhöhtes soziales Verantwortungsbewusstsein unterstellt werden darf, einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Gründe, die gegen einen Verkauf des Gebäudes sprechen, sind nicht nachvollziehbar. Sie führen in Ihren Äußerungen auch keine fundierten Gründe an, sondern lehnen den Verkauf kategorisch ab.
Wie sieht es mit der Konfliktlösungsbereitschaft des VHW-Vorstandes aus? Meinen Sie nicht, dass Sie den jetzigen Bewohnern, die enormen nervlichen Belastungen ausgesetzt sind, und auch den ehemaligen Bewohnern, die immerhin ihr Heim verlassen mussten, eine hinreichende Begründung schulden?
Derzeit können wir keine Gründe erkennen, die gegen den Verkauf des Gebäudes an seine Bewohner mit anschließender Sanierung sprächen. Sowohl die Betroffenen, denen eine Rückkehr in ihr Zuhause ermöglicht werden würde als auch die Allgemeinheit, der die Aufwendung von Millionenzuschüssen erspart bliebe, verbunden mit dem Erhalt eines baulichen Zeitzeugen aus Hamburgs Vergangenheit, profitierten von einer Sanierung. Die Ersparnis öffentlicher Zuschüsse in erheblichem Umfang und die Vermeidung politischer Peinlichkeiten dürfte auch dem Hamburger Senat und der Bezirkspolitik am Herzen liegen .
Lediglich der Vorstand der VHW ist nicht bereit, die Vorzüge zum Wohle der Betroffenen und der Allgemeinheit anzuerkennen. Warum?

Als Mitgliedervertreter des Wahlbezirks 5 erwarten wir vom Vorstand der VHW, seiner sozialen Verantwortung für die Bewohner des vom Abriss bedrohten Gebäudes – hierzu zählen auch die mit einer Ersatzwohnung versorgten, bereits ausgezogenen Bewohner – gerecht zu werden und die Chance eines Gebäudeerhalts wahrzunehmen, wie ihn die Genossen des Hauses „Elisabethgehölz“ ausdrücklich zweifach gefordert hatten. Die Willensbekundungen mit qualifizierter Mehrheit für den Gebäudeerhalt liegen dem VHW-Vorstand seit Jahren vor.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Cirsovius    Thomas Cirsovius      Corinna Gülzow      Simon Raabe

Kaufangebot Stellungnahme der Mitgliedervertreter