Archiv für den Monat: März 2015

Wohl-Abschieds-Kundgebung für das Haus Chapeaurougeweg 16

Abrissbeginn trotz gefunden Mäzens, bewohnten restlichen Gebäude, laufender Prozesse – Backstein-Erbe unnötig vernichten –

heute 17:30 Uhr Wohl-Abschieds-Kundgebung für das Haus Chapeaurougeweg 16, hier bei uns.

Die Einladung gilt ebenso für vhw-Mitarbeiter, die bereits sind ernsthaft dem denkmalwürdigen Gebäude aus der Zeit des genossenschaftlichen und gewerkschaftlichen Bauens Respekt zu zollen.

 

Offener Appell an den Vorstand der vhw

Sehr geehrter Herr Quasnitza,
sehr geehrter Herr Thoss,
die Dringlichkeit der Lage zwingt uns, diese Mitteilung als offenen Brief zu verfassen. Leider müssen wir feststellen, dass die vhw offensichtlich bemüht ist, den Teilabriss noch zügiger einzuleiten, als ursprünglich angekündigt. Statt Vorbereitungen zu beenden wie mitgeteilt (die Haushälften müssten erst fertig getrennt werden), hat der Abriss im Hof bereits begonnen.
Wie auch Ihnen bekannt ist, hat vergangene Woche eine prominente Hamburger Persönlichkeit Kaufinteresse am von Ihnen zum sofortigen Abriss bestimmten Gebäude „Am Elisabethgehölz“ bekundet, der Reeder möchte das Haus erhalten.
Eine breite Zustimmung der Öffentlichkeit zum Gebäudeerhalt, ergänzend dazu ein jahrelanger Kampf seiner Einwohner und Nachbarn dafür, unterstützend Befürwortung durch angesehene Denkmalsinstitutionen, alles das konnte Sie nicht von Ihrer Position abbringen, dass ein Neubau unumgänglich sei. Nun besteht die Möglichkeit, einer betriebswirtschaftlich verträglichen und vor allem gesellschaftlich sinnvollen Lösung. Wir können keinen Grund erkennen, der es Ihnen verbieten sollte, in Verhandlungen mit dem Kaufinteressenten zu treten.
Wir halten es verpflichtend für den Vorstand einer Wohnungsbaugenossenschaft, insbesondere im Falle Elisas als Zeitzeugin der genossenschaftlichen Baugeschichte der 20er/30er Jahre, den Fokus auf eine sozial verträgliche, von gesellschaftlicher Zustimmung getragene Einigung zu setzen. Bitte führen Sie ein ausführliches persönliches Gespräch mit dem Mäzen und erwägen sie ernsthaft das Angebot für den Erhalt des Gebäudes!
An alle Empfänger aus der Politik: Bitte bieten Sie der VHW Ihre Unterstützung bei der Möglichkeit eines Gebäudeerhalts an. Einige von Ihnen engagieren sich dafür bereits intensiv, dafür bedanken wir uns herzlich.
Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft forderte letztes Jahr bereits eine politische Sonderlösung für den Erhalt Elisas als wichtigen Teil Hamburger Backstein-Erbes. Gestern appellierte sie ebenfalls den Abbruch aufzuschieben und Verhandlungen mit dem Mäzen zu beginnen, s. Anhang.
Die Sicherung der Hamburger Backsteinkultur ist in der Hamburger Bevölkerung gewünscht, wie sich aus zahlreichen Voten ablesen lässt, ebenso bedeutend ist die Vermeidung vonüberflüssiger  Belastungen für Umwelt, öffentliche Kassen und Genossenschaftsmitglieder.
Deshalb appellieren wir: Keine Fortsetzung des Abriss in ungeklärter Situation!
Die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“
i.A.
Simon Raabe
Corinna Gülzow
Hamburg, 10.3.15

Fritz-Schumacher-Gesellschaft fordert Aufschub des Teilabriss-Beginns und Aufnahme der Verhandlungen

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft fordert aus aktuellem Anlass den Aufschub des Teilabriss-Beginns und die Aufnahme der Verhandlungen mit dem kaufinteressierten Hamburger Mäzen.

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft und die weiteren Hamburger Denkmalinstitutionen setzen sich seit Jahren für den Erhalt für das Backstein-Erbe Hamburgs ein und waren eigentlich auf einem guten Weg mit der Stadt Hamburg.

Mit dem Abriss von Elisa wird das Anliegen das Backstein-Erbe zu erhalten massiv beeinträchtigt.

Stellungnahme FSG 09.03.2015

 

Abrissvorbereitungen der vhw Mo. 9.3.15

Angekündigt wurden Vorbereitungsmaßnahmen, abends sollte der Bagger geliefert werden.

Mit einem Diamantseil wurde begonnen die Haushälften zu trennen, und zwar zwischen den Häusern am Elisabethgehölz 3 und 5.  Die Häuser Chapeaurougeweg 16 und Elisabethgehölz 3 gehören zu dem Südteil Elisas aus den 20er/30er Jahren, dessen Fassade den Krieg nahezu unversehrt überstanden hat, und durch seine Runderker und Söller stadtbildprägend ist. Es hieß, wenn das Gebäude durchsägt sei, würde der Abriss beginnen. Das Durchsägen wurde aber Am Elisabethgehölz nicht fertiggestellt!

Es gab keine Auskunft, wo der Abriss beginnen sollte, am Wiederaufbauteil des Westflügels (Chapeaurougeweg 18+20) oder womöglich direkt im architektisch wertvollem 20er / 30er Jahre Teil (Chapeaurougeweg 16 und Elisabethgehölz 3-5).

Das Kaufinteresse eines Hamburger Mäzens ist dem vhw- Vorstand bekannt, der Mäzen würde sich mit dem Vorstand gern nächste Woche zusammensetzten, wir appellierten,  der Vorstand möge Verhandlungen beginnen, und nicht vorher durch Abriss Fakten geschaffen.

volle ansicht elisa

Ecke Chapeaurougeweg (mit Söller-Balkone) und Am Elisabethgehölz (Runderker) = denkmalwürdig und akut durch Zerstörung gefährdet

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotodoku zu den Maßnahmen hier Abrissvorbereitung am Mo. 9.3.15

Abends: Baggeranlieferung

Baggeranlieferung Mo kl

 

 

Mäzen für Elisa gefunden! – Beginnt der Abriss trotzdem?

Pressemitteilung der Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ vom 8.3.15:

Mäzen gefunden – beginnt der Abriss von Elisa trotzdem?

Rettung in letzter Sekunde? Hamburger Unternehmerpersönlichkeit bekundet Kaufinteresse, um das Backstein-Ensemble zu erhalten. Die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ fordert Aufschub des Teilabriss-Beginns und appelliert an die vhw, Verhandlungen zu führen.

Laut vhw wird der „Rückbau“ der unbewohnten Hälfte des Backstein-Ensembles Elisa (Chapeaurougeweg 16-20, Elisabethgehölz 3 und 5) bereits diese Woche Dienstag beginnen.
Der Anwalt Dr. Broszehl (Kanzlei Unverzagt von Have) äußerte Kaufinteresse an dem Gebäude im Namen seines prominenten Mandanten.
Wir fordern den Vorstand der vhw auf, den Abrissbeginn aufzuschieben, und diese Möglichkeit für eine konstruktive Lösung des Konfliktes um Elisa zu prüfen, bevor diese Woche durch den Abriss Fakten geschaffen würden.

Seit Herbst 2014 sprachen sich nahezu alle renommierten Hamburger Denkmalinstitionen für den Erhalt des Ensembles aus und argumentierten fachkundlich begründet für den sofortigen Denkmalschutz. Der angekündigte Teilabriss würde auch den architektonisch und historisch bedeutsamen Gebäudebereich (Chapeaurougeweg 16, Elisabethgehölz 3-7, Curtiusweg 1) aus den 1920er/30er Jahren betreffen, für dessen Erhalt sich auch der Oberbaudirektor Jörn Walter öffentlich aussprach.

  • Die Vorteile eines Gebäudeerhalts sind zahlreich, so z.B.
    der Erhalt eines stadtbildprägenden architektonischen Zeitzeugen und damit wichtigen Teils des Hamburger Backstein-Erbes,
  • 122 bereits in diesem Jahr zur Verfügung stehende, dringend benötigte Wohnungen,
  • keine Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung durch Abriss und Neubau,
  • keine Belastung der öffentlichen Hand in zweistelliger Millionenhöhe durch die Neubauförderung.

rettet elisa pm 8.3.15

 

Fragwürdige Geschehnisse in Elisa

Vorfälle und Fragen:

Januar 2015plakate anundab um elisa

Aufgrund von Sturmwarnungen wurden die Neubauwerbeplakate an dem Bauzaun rund um Elisa abgenommen, nach dem Sturm wieder angehängt. Letztes Jahr war nämlich der Bauzaun aufgrund des Windfangs am Chapeaurougeweg umgestürzt, u.a. auf den Fußweg.
Dafür, dass lediglich ca. 50 Neubauwohnungen neuen Mietern – also nicht den Rückkehrern – zur Verfügung stehen, sicherlich ausreichend Genossen aus unserer Genossenschaft Interesse an einer Wohnung hätten, fragen wir nach dem Sinn dieser großflächigen Neubauwerbung angesichts der Kosten? Haben Nicht-Genossen eine reelle Chance auf eine Wohnung im Neubau?

mehr sehen…Fotodoku Zaunwerbeplakatierung

Februar 2015

Ein Handwerker von Hamburg Wasser stellte letzte Woche die Wasserversorgung für das komplette Gebäude ab, also auch für die bewohnten Häuser!
Die Bewohner Elisas bemerkten dies sofort und sprachen den Mann an. Sein Schließ-Auftrag galt tatsächlich für das gesamte Gebäude, obwohl zu dem Zeitpunkt noch 4 Häuser bewohnt waren. Er wusste nicht von den Bewohnern und stellte dann in den bewohnten Häusern das Wasser wieder an. Erst später kamen Hausmeister der vhw dazu. Von der vhw hieß es, Hamburg Wasser hätte einen Fehler gemacht. Mitarbeiter von Hamburg Wasser sagten uns, solche Aufträge würden sehr sorgfältig geprüft.
Nur zwei Tage später, nachdem Elektriker in unseren Kellern waren, ging in einem bewohnten Haus die Klingel nicht mehr und das Licht im Treppenhaus sprang abends plötzlich auf Dauerlicht. In Folge konnte durch Elektriker derselben Firma die Klingelanlage nicht repariert werden.
Wie kann es sein, dass bei vielen Maßnahmen* an und in Elisa die ausführenden Betriebe teilweise massive „Fehler“ begingen bzw. die Betriebe die Aufträge derartig „missverstanden“ haben?

(*z.B. ausbleibende Reparatur von Regenrinnen, obwohl Handwerker deswegen mehrmals da waren; wiederholtes tagelanges Offenstehenlassen von Erdgeschoss-Haustüren/-Balkontüren durch Handwerker bei den Entkernungsarbeiten; mehrfaches Abstellen der Hausnummer- und Treppenhausbeleutungen (Strom) auch in bewohnten Häusern u.s.w. – I.d.R. bemerkten wir die Vorfälle und mussten Behebung anfordern… )

Entkern Chap 18 wohl intakte EinbaukücheAus dem Haus Chapeaurougeweg 18 wurden Holz, Möbel usw entfernt.Entkern Chap 18
2014 hatte in unserem Beisein der Passantenschutz der durchführenden Firma mitgeteilt, es dürften die Dinge nicht aus dem Fenster geworfen werden…
Zurückgelassenes Mobilar bzw. intakte Einbauküchen wurden dabei vernichtet, während einzelne Elisabewohner zuerst noch nicht einmal Herd+Spüle in der Umsetzwohnung bekommen sollten?

mehr sehen… Fotodoku Entkernung Haus 18

Birkeumschubsen im HofIm Innenhof wurden die verbliebenen Birken umgeworfen, morgens um vor 7 Uhr, mit Flutlicht direkt vor dem Fenster einer Bewohnerin. 2014 war die Rodung unterblieben, nachdem die ausführende Firma mit einem Bagger im Hof die Bäume umwarf, nicht fachmännisch fällte und im Chapeaurougeweg ohne Baustellensicherung die restliche kleine Einfriedungsmauer entfernte. Wir hatten aufgrund dessen bei der Bauaufsicht und Passantenschutz nachgefragt. Letzterer ordnete bei Ortsbesichtigung an, die Bäume im Hof müssten fachmännisch gefällt werden, da diese zu dicht an der Hauswand stünden und das Mauerwerk beschädigen könnten.
Das gilt 2015 nicht mehr?

mehr sehen… Fotosdoku Birken umwerfen

Die Kiefer im Chapeaurougeweg wurde gefällt, mit Hilfe eines Hubsteigers, jedoch wurde dabei offensichtlich das Mauerwerk eines Loggiabalkones beschädigt.
Geschah dies durch Fachleute?Fotodoku Kiefer kl

 

Um Elisa herum wurden die restlichen verbliebenen Büsche und direkt an der Hauswand wachsende Rosen abgeschnitten. Auch an den bewohnten Häusern Elisabethgehölz 7, Curtiusweg 1 und 5.
Das war jetzt notwendig und teure Pflanzen wie Buchsbäume oder große Hortensien hätten nicht andere Hausvorgärten zieren können?

mehr sehen…Fotodoku Pflanzenschnitt

Es ist festzustellen, dass das Mauerwerk Elisas im Chapeaurougeweg offensichtlich flächig durchnässt wird:söller wasserlauf
Im Dezember lief Wasser durch das Mauerwerk der – den Krieg heil überstandenen – Söller des Haus Nr. 16. und gefror zu Eiszapfen. Im Februar weist das Mauerwerk auch der Häuser 18 und 20 erstmals auffällige Flecke durch Auswaschungen / Ausfällungen auf.
Wie kommt es dazu, wo Strom, Wasser, Gas in den leeren Häusern angeblich schon länger komplett abgestellt sein sollen?

mehr sehen… Fotodoku Durchfeuchtungen Mauerwerk

 

Einer Mieterin Elisas teilte Kabel Deutschland Mitte Februar mit, die vermietende Genossenschaft hätte den Vertrag mit Kabel Deutschland zum 31.3.15 gekündigt. Damit wäre neben dem Fernsehen ebenfalls Telefon+Internet beendet gewesen. Die vhw hatte die Mieterin darüber nicht informiert.
Aktualisiert März 2015 : Bis zum 10.03.15 hinterließ Kabel Deutschland auch sonst den Eindruck, die Vermieterin hätte den gesamten Gebäudevertrag gekündigt. Konsequenz wäre gewesen, dass sogar die Grundversorgung mit TV für die verbliebenen ELISA-Bewohner beendet gewesen wäre, obwohl diese noch nicht in Ersatzwohnungen untergebracht sind. Nach einigen Interventionen schrieb Kabel Deutschland dann Mitte März: „Leider ist es bezügl. Ihres Kabel-, Telefon- und Internetanschluss zu einigen Mißverständnissen gekommen. Leider ist uns ein Fehler unterlaufen.“ Die Ursache dieses Fehlers bleibt für uns allerdings im Dunkeln…

ELISA und die Bürgerschaftswahl 2015

Erhebliche Verluste für Abrissbefürworter, Stimmenzuwachs für ELISA-Schützer

Wie bekannt, haben die Grünen bei der diesjährigen Bürgerschaftswahl im Vergleich zu 2011 1,1 %, die Linke sogar 2,1 % an Stimmen hinzugewonnen. Hingegen erlitt die SPD trotz ihres insgesamt eindrucksvollen Gesamtergebnisses einen Stimmenverlust um 2,7 %, die CDU gar einen desaströsen Verlust von 6,0 %.

Selbstverständlich sind diese Ergebnisse nicht primär auf die Kontroverse um ELISA zurückzuführen. Dennoch fällt auf, dass die Stimmenzuwächse bzw. –verluste sich proportional zum Engagement der Parteien zu unserem Gebäude verhalten.

  • Die Grünen engagieren sich entschieden für den Erhalt ELISAs und die Stärkung des genossenschaftlichen Gedankens. Sie uns ein verlässlicher Gesprächspartner mit klarem Standpunkt.
  • Die Linke sprach sich von Anfang an für eine Sanierung sowie den Erhalt bezahlbaren Wohnraumesaus und kritisierte gemeinsam mit der Mieterinitiative, dass in Hamburg die Kombination aus Abriss und Ersatzneubau bis zu siebenfach stärker gefördert wird als Sanierungsmaßnahmen. Zudem kritisierte sie vielfach in der Hamburgischen Bürgerschaft die fehlende Berücksichtigung der Bewohnerinteressen, aber auch unerwünschte Auswirkungen eines Neubaus für die Allgemeinheit ( finanzielle Belastung der öffentlichen Hand, steigender Mietspiegel, Verlust eines markanten Gebäudes typisch Hamburger Art ) .
  • Die SPD lehnte immerhin einen frei finanzierten Ersatzneubau mit Netto-Kaltmieten von 11,50 € pro Quadratmeter ab und sprach sich für ein Rückkehrrecht der Mieter/innen aus. Dennoch konnte sich die Regierungspartei nicht zu der Konsequenz durchringen, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen und das Verhältnis von Neubauförderung zu Sanierungsförderung zu überdenken. Seit einiger Zeit erhält die Mieterinitiative keine Unterstützung durch die SPD, mancher Politiker bezeichnete den Abriss als unschön, unterließ es jedoch, die Mieterinitiative bei einer Lösung mit dem Gebäudeerhalt als Grundlage zu unterstützen. Herr Kienscherf als Wahlkandidat der SPD antwortete monatelang nicht auf derHomepage www.abgeordnetenwatch.de zum Thema „Elisabethgehölz“, erst kurz vor der Wahl erfolgte dann eine Stellungnahme. Es ist erstaunlich, wenn jemand, der sich in der Öffentlichkeit als Retter der Backsteinbauten präsentiert, keinen Kontakt zur Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ pflegt.
  • Kritikwürdig ist in diesem Zusammenhang der wohnungsbauliche Leitfaden der SPD, der die Anzahl der erbauten Wohnungen als isolierte Zahl betrachtet und außer Acht lässt, wenn ein altes Gebäude einem neuen weichen musste und somit auch Wohnraum verloren ging.So wäre ein Ersatzneubau für das Gebäude „Elisa“ nach SPD-Aussage als neu geschaffener Wohnraum zu bewerten und würde in der Statistik des zusätzlich geschaffenen Wohnraums erwähnt.
  • Die CDU sprach sich einerseits für den Erhalt des Backsteinerbes in Hamburg aus, verlor jedoch infolge des „Entmietungs-Mandats“ ihres Bürgerschaftskandidaten Jörg Hamann viel Glaubwürdigkeit (vgl. Dossier zu unsere Presseerklärung v. 23.01.2015). Dem politisch auf Seriosität und Etikette achtenden Spitzenkandidaten Dietrich Wersich (Tagesspiegel v. 15.02.15) ist der Wahlkampf hierdurch nicht eben erleichtert worden.

Insgesamt wurde durch die Diskussion um ELISA ein Mikrokosmos der wohnungspolitischen Gesamtsituation in Hamburg abgebildet, welche die Wählerbewegung mit erklärt.

Sollte die SPD ihre Wohnungsbaupolitik in ihrer jetzigen Form weiter führen, werden zukünftig Personen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe einen noch wesentlich größeren Teil ihres Einkommens als jetzt für ihr Zuhause aufwenden müssen: Diejenigen, die aufgrund ihres Einkommens keinen Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben, werden den steigenden Mietenspiegel zu spüren bekommen. Das schmerzt natürlich ganz besonders Menschen mit geringem Einkommen oder beispielsweise hohen finanziellen Belastungen wie Familien. Gutverdiener werden diese Bewegung weniger spüren, weil die Nachfrage nach hochpreisigem Wohnraum in Hamburg auf ein vergleichsweise großes Angebot trifft und somit keine deutlichen Veränderungen zu erwarten sein dürften.

Ob die SPD mit ihrem Vorgehen die sozialen Belange eines schutzbedürftigen Teils der Bevölkerung fördert, erscheint fraglich.